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Mittwoch, 25. Mai 2016

Auf der Suche nach einem neuen Therapeuten



Die BG hat mir eine Liste mit BG zugelassenen Therapeuten zugeschickt.
Es sind in meinem Umkreis nur fünf Stück.
Drei kommen schon mal nicht in Frage. Die sind zu weit weg, zu denen würde ich über eine Stunde mit dem Auto brauchen.
Bleiben zwei, von denen einer wegfällt. Das ist die Therapeutin, die mich nach den ersten fünf Terminen einfach sitzen gelassen hat.
Bleibt einer. Den habe ich angerufen. Er kann mir keinen realistischen Termin nennen, da er auf nicht absehbare Zeit vollkommen ausgelastet ist.
Mist.
Ich habe mir von der BG die Genehmigung geholt, einen Kassentherapeuten auszusuchen.
Da gibt es einige in meiner näheren Umgebung.
Leider sind die meisten Naturheilpraktiker für Psychotherapie. Mit Globuli werfern kann ich nichts anfangen. Ich brauche am besten einen Arzt für Psychotherapie der mir auch Rezepte ausstellen kann.
Da gibt es nur einen. Bei dem hätte ich dann mindestens drei Stunden Therapie pro Woche.
Das ist mir zu viel. Mit einer Stunde die Woche bin ich sehr gut klargekommen.  
So wie es also im Moment aussieht, muss ich wohl für längere Zeit alleine klarkommen. 

Freitag, 6. Juni 2014

Vermeidungsstrategien und Vermeidungsverhalten



Habe ich.
Jede Menge davon.
Es ist ja auch ziemlich einfach eine Situation zu vermeiden, statt sich ihr zu stellen.
Ich gehe Menschen aus dem Weg, wo ich nur kann.
Sogar Menschen, die ich kenne.

Ich habe keinen Bock auf ein Gespräch, oder Smalltalk.
Ich gehe immer kurz vor Ladenschluss einkaufen, weil dann praktisch keiner mehr im Geschäft ist.
Wenn ich was Erledigen muss, warte ich immer bis kurz vor knapp bis ich es mache.
Im Heraus zögern und Vermeiden bin ich ganz groß.

Jetzt hat es mich sogar bei meiner Psychotherapie erwischt.
Ich habe im wöchentlichen Wechsel immer einen normalen Gesprächstermin und einen EMDR Termin.
Die EMDR Termine hasse ich, obwohl ich jedes Mal danach merke, dass sie mir etwas bringen.
Bei den normalen Gesprächsterminen habe ich oft das Gefühl, dass ich mich Rechtfertigen muss, obwohl das Blödsinn ist.

Es ist für mich jedes Mal eine Riesenüberwindung da hinzufahren.
Also hat mein Gehirn in Zusammenarbeit mit meinen Vermeidungsstrategien beschlossen, dass ich nur noch alle 14 Tage einen Termin brauche.

Meiner Therapeutin habe ich erzählt, dass mir ein Termin jede Woche zu viel ist und mir alle 14 Tage lieber sind.
Sie war damit einverstanden.

Schon auf der Rückfahrt von dem Termin hätte ich mich in den Arsch beißen können.
Es kann doch nicht sein, dass meine Vermeidungsstrategien und mein Vermeidungsverhalten schon wieder gewonnen haben.

Ich werde beim nächsten Termin wieder auf wöchentlich umstellen.
So nicht, liebe Psyche.
Diesmal will ich gewinnen.

Samstag, 12. Oktober 2013

Ich lebe noch,



 oder so.
Ich hätte viel zu Berichten gehabt, aber es ging nicht.
Notebook aufklappen, Windows booten, Word starten.
Weiter kam ich nie. Ab dann war da nur noch eine endlose Leere in mir.
Mir wurde durch das JobCenter mal wieder klar gemacht, dass ich weniger wert bin als der Dreck unter einer Schuhsohle.
Im August habe ich meinen Antrag auf Verlängerung vom ALGII abgegeben.
Anfang September war kein Geld auf meinem Konto. Ich las was von einer bundesweiten Softwarepanne bei den JobCentern und das viele deswegen kein Geld bekommen haben.
Also habe ich gewartet.
Es kam nichts. 
Den ganzen Monat nicht. 
Ich hatte schon panische Angst, dass ich von meiner Krankenkasse Bescheid bekomme, dass ich nicht mehr Versichert bin. Da kam aber nichts. Meine Beiträge zur Krankenkasse wurden also bezahlt.
 Ich bekomme eine halbe Unfallrente. Nach Abzug aller Kosten hatte ich einen Euro pro Tag, für den ganzen Monat.
Einen Euro.
Nicht ganz. 
Den letzten 10 Euroschein habe ich am 17. September ins Auto getankt. Sonst hätte ich nicht zur Psychotherapie gekonnt. Das war mir wichtiger als Essen und Trinken. Einmal hin und zurück sind 76 Kilometer.
Ein paar Tage später gaben dann auch noch meine Schuhe komplett den Geist auf. Die Sohle vom linken Schuh brach durch. 
Nudeln kann ich nicht mehr sehen. 
Flockenpüree auch nicht. 
Reis schon lange nicht mehr. 
Mittlerweile bekomme ich von Leitungswasser Sodbrennen.
Ende September bekam ich dann zwei Briefe. Einer war ein Bescheid über die Verlängerung vom ALGII. In dem Bescheid fehlt der September, er gilt erst ab Oktober. Die haben einen Monat einfach so unterschlagen. Ohne irgendeine Begründung. 
Das war der erste Tritt ins Gesicht. 
Der zweite Brief war ein Sanktionsbescheid. Von Oktober bis Ende Dezember wird mein Regelsatz um 10% gekürzt, weil ich einen Termin nicht wahrgenommen habe. Ich bin seit Monaten durchgehend Krankgeschrieben. 
Das JobCenter wollte eine "Wegeunfähigkeitsbescheinigung" 
Das war der zweite und dritte Tritt ins Gesicht.
Mein Arzt wollte mir diese "Fantasiebescheinigung" nicht ausstellen.
Ich habe zweimal Widerspruch eingelegt beim JobCenter. 
Hat die nicht interessiert.
Das war der vierte Tritt ins Gesicht, gefolgt von einem Tritt in den Rücken als ich am Boden lag.
Jetzt liegen beide Sachen beim Sozialgericht und mir geht es Scheiße, weil ich mich darum Kümmern muss und dafür meine komplette Kraft drauf geht. Kraft, die ich für ganz andere Dinge brauche.
Mittlerweile nehme ich die Antidepressiva vor denen ich so einen Schiss hatte.
Die Angst davor, dass ich vielleicht Mist baue, wurde größer als die Angst vor den Pillen.
Nein, liebes JobCenter. Den Gefallen werde ich euch nicht tun.
Soweit bringt ihr mich nicht. 
Noch nicht.