Dienstag, 7. Januar 2014

Mindestlohn



An sich eine feine Sache.
Wenn er denn irgendwann mal kommt.
Aber 8,50€?

Ist ein schlechter Witz.


Von 8,50€ kann kein Mensch Leben.
Existieren ja, aber nicht Leben.
Und diejenigen die den Mindestlohn am Dringendsten brauchen, sollen ihn dank Ausnahmen nicht bekommen.
Abgesehen davon, wenn er denn mal kommt, sind die 8,50€ vielleicht nur noch 3€ wert, oder zwei Steine und drei Muscheln.

Wer weiß das schon?

So ist das Eben, wenn man im Billiglohnland lebt.

Viele „Arbeitgeber“ haben panische Angst vor dem Mindestlohn.
Angeblich werden millionen Arbeitsplätze alle Arbeitslos, wenn der Mindestlohn kommt.
Außerdem sollen die Leute, laut diesen Arbeitgebern doch Froh sein, überhaupt einen Arbeitsplatz zu haben.

Was heißt Arbeitsplatz?

Einen Arbeitsplatz gibt es ja nicht mehr.
Heute hat man einen Job.
Oder mehrere, um überhaupt noch über die Runden zu kommen.

Liebe Arbeitgeber: Ein Arbeitsplatz, der nicht mindestens 8,50€ wert ist, ist kein Arbeitsplatz, sondern Ausbeutung pur.
Und seine Angestellten zum Aufstocken zum Jobcenter zu schicken, outet Arbeitgeber wie euch, als echte Schmarotzer.
Nicht die Arbeitnehmer.
Die haben ja keine andere Wahl.

Ich kenne euch Vögel.

Ich hatte selbst mal einen solchen “Arbeitgeber.“
Der hat auch immer angefangen zu heulen, wenn ich ihn mal nach mehr Geld gefragt habe.
Jede Woche mindestens 5 Überstunden ohne Bezahlung, fand er aber super.
Um sein schlechtes Gewissen mir gegenüber zu Beruhigen, hat er sich dann erst mal ein neues Haus gekauft und von seinen eigenen Arbeitern durch“ Überstunden abfeiern“ umbauen lassen.

Außerdem wird ein Mindestlohn, wenn der denn mal in egal welcher Höhe kommt, gleichzeitig der Maximallohn.

Wir sind ja schließlich in Deutschland.

Du willst mehr als den Mindestlohn?
Kein Problem.
Der Typ hinter dir arbeitet auch für 5€.

Glaubt ihr nicht?
Aber genauso wird es kommen.

Wie sagte Gas-Gerd mal so schön?
„Das werden schöne Zeiten für Arbeitssuchende.“

Sonntag, 5. Januar 2014

Liebe A(lles) O(hne) K(osten)



Ich weiß nicht, ob ihr es wisst, aber ich bin bei euch zahlendes Mitglied.
Ihr bekommt jeden Monat Geld für meine Mitgliedschaft bei euch.

Als Gegenleistung erwarte ich nur, dass ihr auch mal was für mich macht, dafür bezahle ich euch.
Seltsamerweise behandelt ihr mich nicht als Mitglied.
Für euch bin ich nicht mehr als ein Bittsteller.

Wenn ein Mitglied in einem Verein eine schriftliche Bescheinigung darüber haben möchte, dass es Mitglied im Verein ist, so ist das kein Problem und geht schnell und unbürokratisch.

Sollte man Denken.

Für euch scheint sowas eine Unverschämtheit zu sein, die nicht zu überbieten ist.
Wie kann ich mich nur Erdreisten, von euch sowas zu verlangen?

Dabei könnte es laut euch doch so einfach sein.
Ich brauche, laut euch, doch nur ein Foto Hochzuladen und schon bekomme ich einen Nachweis in Kartenform.

Den will ich aber im Moment noch nicht, da meine Karte noch gültig ist.
Ich will von euch nur einen schriftlichen Nachweis,  den ihr mir aber nicht geben wollt.

Das was ihr da macht, ist schlicht und ergreifend Erpressung.
Und Erpressung ist strafbar.
Die Erpressung wird übrigens nicht besser, wenn ihr gezielt Ärzte mit Falschinfos versorgt, damit sie Druck auf ihre Patienten ausüben und ihnen bei Vorlage der alten Karte mit einer Privatrechnung drohen.

Die alte Karte lässt sich in jeder Arztpraxis problemlos einlesen und darüber Abrechnen.
Ich weiß, dass ihr Anweisungen rausgegeben habt, Druck auf Patienten und Ärzte auszuüben, damit die Karte, die niemand den ich kenne will, doch noch unters Volk kommt.
Ich habe zwar einen an der Klatsche, aber ich bin nicht doof.

Wenn ich euch ein Foto hoch lade, woher wisst ihr dann eigentlich, dass ich auf dem Foto bin?
Ihr habt doch gar keine Ahnung wie ich jetzt  Aussehe.
Ich war das letzte mal vor zig Jahren persönlich bei euch und das war auch noch in einer anderen Stadt.
Wie wollt ihr also Sicherstellen, dass die Person auf dem Foto auch das Mitglied ist, welches auf der Karte angegeben ist?
Wir werden noch viel Spaß miteinander haben.

So, das musste mal raus und ich gehe jetzt Schafe jagen.


Freitag, 3. Januar 2014

Elektronische Gesundheitskarte



Heute Vormittag bei meinem Hausarzt.
Empfangsdame: „ Sie haben ja noch eine alte Versichertenkarte.
Die kann ich aber nicht mehr akzeptieren.“
Ich: „ Doch, die müssen sie sogar akzeptieren und laut der Kassenärztlichen Vereinigung sogar noch so lange, wie die Gültigkeit der Karte, laut aufgedrucktem Datum ist.“
Empfangsdame: „ Das stimmt nicht.
Ihre Karte ist nicht mehr gültig.
Da muss ich sie aufschreiben und sie müssen uns innerhalb von 10 Tagen einen schriftlichen Versicherungsnachweis ihrer Krankenkasse vorlegen.“
Ich: „Kein Problem.“

Also habe ich nach dem Termin bei meiner Krankenkasse angerufen und um einen schriftlichen Versicherungsnachweis gebeten:“
Versicherungstante: „ Ohne Bild kann ich ihnen keinen Nachweis ausstellen, da ihre alte Karte ungültig ist.“

Ich: „ Laut der Kassenärztlichen Vereinigung ist meine Karte aber noch so lange gültig wie das aufgedruckte Datum.“

Versicherungstante: „ Dann benutzen sie ihre alte Karte doch.“

Ich: „ Mein Arzt hat die Annahme der Karte verweigert und möchte einen schriftlichen Versicherungsnachweis.“

Versicherungstante: „ Der verweigert ihre Karte, weil sie ungültig ist.“

Ich: „Die Karte ist nicht ungültig und ich möchte einen schriftlichen Versicherungsnachweis von ihnen.“

Versicherungstante: „ Ohne Bild kann ich nichts für sie tun. Sie bekommen keinen schriftlichen Versicherungsnachweis.“

Sie hat mich dann noch der Lüge bezichtigt und wollte mir unbedingt die elektronische Gesundheitskarte aufdrücken.

Ich habe ihr dann gesagt, dass ich IT Fachmann bin und weiß, welchen Blödsinn man mit der Karte anstellen kann und ich keine Neue brauche, weil meine Alte noch gültig ist.

Das Ganze ist dann so geendet.
Ich: „Wo kann ich mich darüber Beschweren, dass sie mir den schriftlichen Versicherungsnachweis verweigern?“

Versicherungstante: „ Bei meinem Vorgesetzten.“

Ich: „ Dann geben sie mir bitte seine Telefonnummer und ich rufe ihn dann an.“

Versicherungstante: „Das mache ich für sie und mein Vorgesetzter ruft sie dann im Laufe des Tages an.“

Ich: „Danke.“

Ich lass mich doch nicht Verarschen.
Meine Karte ist noch bis Dezember gültig und so lange werde ich sie auch nutzen.

Siehe hier:
http://www.kvbb.de/praxis/ansicht-news/article/krankenversichertenkarte-auch-2014-noch-gueltig/336//archive/2013/

Hier auf Seite 3:

Hier:

Und hier:

Ich bin mal Gespannt, ob und wann sich ihr Vorgesetzter bei mir meldet und was der mir dann erzählen will.
Wenn der mir auch Bullshit sagt, dann telefoniere ich eben mit seinem Vorgesetzten.

NACHTRAG 16:25 Uhr
Bis jetzt hat sich niemand von der Krankenkasse gemeldet, ich gehe auch nicht davon aus, dass sich noch jemand melden wird.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Was soll das?



Jahrelang waren ALG II Empfänger das Opfer der Medien.
Sie wurden als Schmarotzer, Parasiten, Abschaum und so weiter Bezeichnet.
Sie sollten im Park Hundescheiße aufheben, oder Ratten jagen.
Es sollte ihnen sogar erlaubt werden ihre Organe zu verkaufen, um zu Überleben.
Sie sollten dankbar dafür sein, dass sie den Müll der Lebensmittellgeschäfte bei der Tafel erhalten.
Dankbarkeit  und Unterwürfigkeit sind bei vielen Tafeln wichtig.
Zeigt man das nicht deutlich genug, kann es sein, dass man beim nächsten Mal keinen Müll mehr bekommt.
Viele waren der Meinung, dass Arbeitslager für ALG II Empfänger eröffnet werden sollten.
Es fehlten eigentlich nur noch Rufe nach spezieller Kleidung für ALG II Empfänger und die Tätowierung der BG Nummer auf den Unterarm.
Fast jeder kennt den Vorzeigeschmarotzer schlechthin: Arno Dübel.
Deutschlands frechsten ALG II Empfänger.
Tja, scheinbar war der Mann nur ein gekaufter Schauspieler.
Sein Management hat alle Rechte an ihm, 2011 bei Ebay versteigert:

Wäre die Jagd auf ALG II Empfänger  erlaubt worden,  es hätten sich viele beteiligt.
Öffentlich Hinrichtungen von ALG II Empfängern auf dem Marktplatz?
Hängt sie höher!!
Was für ein Fest!!
Soweit waren wir schon fast.

Klar gibt es echte Schmarotzer.
Die sitzen in Berlin und leben ihre „spätrömische Dekadenz“

Irgendwann funktionierte das Hetzen nicht mehr so richtig.

Das immer weniger Menschen den Schwachsinn, die Vorurteile und den ganzen Dreck, der über ALG II Empfänger verbreitet wird glauben, habe ich bemerkt, als das Hetzblatt schlechthin, der Völkische Bote aka die BLÖD immer stärkeren Gegenwind in den Kommentaren auf ihre Hetzberichte gegen ALG II Empfänger bekamen.


Man brauchte ein neues Feindbild:
Migranten:

Jeder weiß, dass die alle Scheiß gefährlich sind.
Der Dönermann könnte sich vor einem in die Luft jagen, einen “Messer machen“, oder einen mit Tritten gegen den Kopf,  Kulturell bereichern.
Die laufen alle mit dem Bauchweggürtel rum und warten nur auf ihre Gelegenheit.
Erlebt man doch jeden Tag, fast persönlich.
Klar gibts die, aber das ist die Minderheit.
Schwachköpfe gibt es überall.
Und bei den Schwachköpfen sollte hart Durchgegriffen werden.

Wenn man die News im Internet liest, scheint es aber die Mehrheit zu sein.

Und weil das noch nicht reicht, um die Menschen aufzuhetzen, braucht man noch das Sahnehäubchen.
Armutsmigranten aus Rumänien und Bulgarien.

Jeder weiß, dass die nicht zum Arbeiten kommen, sondern nur um hier für ihre 23,5 Kinder, Kindergeld zu beziehen.
Die klauen und rauben alle, ohne Ausnahme.
Die Stechen jeden ab.
Weiß man doch.
Steht ja schließlich so in den Zeitungen und den News im Internet.
Zeitungen würden einen doch nie belügen, oder?
Die sind doch unabhängig und würden nie Propaganda verbreiten, oder?

Freitag, 27. Dezember 2013

Weihnachten überlebt



Und es war dieses Jahr nicht so schlimm, wie die Jahre davor.
Wird wohl an den Antidepressiva liegen, die ich die Jahre davor nicht hatte.
Weihnachten, das bedeutet für mich Krankenhausaufenthalte, Operationen, Schmerzen, allein sein in einem Krankenhaus, 120 Kilometer weit weg von Zuhause.

Wenn es mal nicht so war, dann war ich immer mitten drin im alljährlichen
Familienkrach an Heilig Abend.
Ich habe damals schon versucht, mich Weihnachten zu verkriechen.

Ich habe Heilig Abend schon im Keller eines Rohbaus verbracht, nur um dem Familienstreit zu entgehen.

Ich habe Heilig Abend auch schon zusammen mit einem Kumpel, der vor seinem gewalttätigen Vater auf der Flucht war, vor dem Dorfgemeinschaftshaus, im Wald, auf einer Bank gesessen und Southern Comfort direkt aus der Flasche getrunken.
Es war Arschkalt und es lag jede Menge Schnee, aber es war besser als Zuhause. 
Meine Güte, das ist jetzt 23 Jahre her.

Ich feiere Weihnachten seit 14 Jahren nicht mehr mit meiner Familie.
Vor 14 Jahren habe ich den Kontakt abgebrochen.
Weihnachten ist für mich das Fest der Schmerzen,der Einsamkeit und des Streits.
So wie es Aussieht, wird sich das auch nicht mehr ändern, da der ganze alte Mist jedes Jahr aufs Neue hochkommt, wie ein Essen das man nicht vertragen hat.