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Sonntag, 5. Januar 2014

Liebe A(lles) O(hne) K(osten)



Ich weiß nicht, ob ihr es wisst, aber ich bin bei euch zahlendes Mitglied.
Ihr bekommt jeden Monat Geld für meine Mitgliedschaft bei euch.

Als Gegenleistung erwarte ich nur, dass ihr auch mal was für mich macht, dafür bezahle ich euch.
Seltsamerweise behandelt ihr mich nicht als Mitglied.
Für euch bin ich nicht mehr als ein Bittsteller.

Wenn ein Mitglied in einem Verein eine schriftliche Bescheinigung darüber haben möchte, dass es Mitglied im Verein ist, so ist das kein Problem und geht schnell und unbürokratisch.

Sollte man Denken.

Für euch scheint sowas eine Unverschämtheit zu sein, die nicht zu überbieten ist.
Wie kann ich mich nur Erdreisten, von euch sowas zu verlangen?

Dabei könnte es laut euch doch so einfach sein.
Ich brauche, laut euch, doch nur ein Foto Hochzuladen und schon bekomme ich einen Nachweis in Kartenform.

Den will ich aber im Moment noch nicht, da meine Karte noch gültig ist.
Ich will von euch nur einen schriftlichen Nachweis,  den ihr mir aber nicht geben wollt.

Das was ihr da macht, ist schlicht und ergreifend Erpressung.
Und Erpressung ist strafbar.
Die Erpressung wird übrigens nicht besser, wenn ihr gezielt Ärzte mit Falschinfos versorgt, damit sie Druck auf ihre Patienten ausüben und ihnen bei Vorlage der alten Karte mit einer Privatrechnung drohen.

Die alte Karte lässt sich in jeder Arztpraxis problemlos einlesen und darüber Abrechnen.
Ich weiß, dass ihr Anweisungen rausgegeben habt, Druck auf Patienten und Ärzte auszuüben, damit die Karte, die niemand den ich kenne will, doch noch unters Volk kommt.
Ich habe zwar einen an der Klatsche, aber ich bin nicht doof.

Wenn ich euch ein Foto hoch lade, woher wisst ihr dann eigentlich, dass ich auf dem Foto bin?
Ihr habt doch gar keine Ahnung wie ich jetzt  Aussehe.
Ich war das letzte mal vor zig Jahren persönlich bei euch und das war auch noch in einer anderen Stadt.
Wie wollt ihr also Sicherstellen, dass die Person auf dem Foto auch das Mitglied ist, welches auf der Karte angegeben ist?
Wir werden noch viel Spaß miteinander haben.

So, das musste mal raus und ich gehe jetzt Schafe jagen.


Freitag, 22. November 2013

Ärztliche Bescheinigung



Meine Therapeutin hat mir eine "Ärztliche Bescheinigung" für das Jobcenter geschrieben.
Unter Anderem steht drin, dass es aus therapeutischer Sicht kontraproduktiv ist, einen Termin im Jobcenter, aufgrund schlechter Erfahrungen mit den Mitarbeitern im Jobcenter,  wahrzunehmen.
Sie empfiehlt  dem Jobcenter mich zum Ärztlichen Dienst zu schicken.

Sie glaubt nicht, dass das Schreiben was bringt, will sich aber bei einem befreundeten Anwalt schlau machen, was ich tun kann.

Mein Sachbearbeiter im Jobcenter möchte natürlich einen Termin bei ihm erzwingen.
Einen Termin bei ihm werde ich nicht wahrnehmen, dass tue ich mir nicht nochmal an, weil der mich einfach nur fertig machen will und das so richtig.

Gegen einen Termin beim Ärztlichen Dienst habe ich nichts, weil die eh die Berentung empfehlen werden.
Wenn er auf einem Termin bei ihm besteht, bedeutet das für mich, da ich ja nicht hingehen werde, dass ich für die Dauer von drei Monaten kein Geld mehr vom Jobcenter bekommen werde.
Der Sachbearbeiter hat schon mal dafür gesorgt, dass ich für 14 Monate zu 100% Sanktioniert wurde.

14 Monate kein Geld vom Jobcenter.
14 Monate keine Krankenversicherung.
14 Monate habe ich von einem Euro am Tag gelebt existiert.
14 Monate blanke Existenzangst.
14 Monate Angst, Obdachlos zu werden.
14 Monate Nonstop Hunger, weil man von einem Euro am Tag nicht satt werden kann.
14 Monate Kampf, die unsinnigen Vermutungen des Jobcenters mit Hilfe eines Anwaltes zu widerlegen.

Die haben bei mir von der Bedarfsgemeinschaft bis zur Schwarzarbeit alles Vermutet.
Das volle Programm.

10 Monate konnte ich nur unter Schmerzen  Sitzen, Liegen, Gehen, Stehen, weil mein Wirbelgleiten zwischen L5/S1 durch eine falsche Bewegung akut wurde.

Jeder Schritt war wie ein Messerstich ins Steißbein und dazu ein zweiter in die Seite meiner linken
Wade.
Dazu  immer wieder Taubheit im linken Bein.
10 Monate panische Angst, dass das schlimmer wird und ich eine dauerhafte Lähmung bekomme.
Außerdem muckte mein rechtes Knie.
Es schmerzte immer wieder Tagelang  und blockierte beim Treppensteigen.

Genau das, was jemand mit PTBS und Depressionen braucht.

Als ich dann endlich wieder Versichert war, bin ich sofort zum Arzt.
Es wurde ein CT gemacht und mein Knie geröntgt.

Vor dem CT  hatte ich schon panische Angst, weil ich so viel Metall im Körper habe.
Habe dann erfahren, dass ein CT ok ist, bei mir aber sehr schlecht ein MRT möglich ist.
Das CT ergab dann Wirbelgleiten L5/S1 mit starker linksseitiger  Betonung.

Das Röntgenbild von meinem Knie ergab starke, fortschreitende Arthrose.
Der Arzt im Krankenhaus sagte mir dann ganz trocken, dass ich in nächster Zeit ein neues Kniegelenk brauche.

Genau das, was jemand mit durch Krankenhäuser und Ärzte verursachter PTBS braucht.

Im Krankenhaus hat mir dann eine Rehaberaterin geraten, bei meiner BG einen Verschlimmerungsantrag zu stellen, da sich mein Zustand stark verschlechtert hat.
Das habe ich dann gemacht und die Sache läuft seit März.
Der Arzt verschrieb mir noch Physiotherapie.

Nach vier Terminen habe ich die Physiotherapie abgebrochen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.
Die Berührungen durch die Physiotherapeutinnen habe ich nicht mehr ausgehalten.
Die Massagen durch die Physiotherapeutinnen habe ich nicht mehr ausgehalten.
Das war alles zu nah, zu intim, zu viel Erinnerung an die Krankenhauszeit.
Zu viele Trigger.
Viel zu viele.
Die anderen Leute, die da auch Physio machten, habe ich nicht mehr ausgehalten.
Zu viele Menschen.
Ich fühlte mich von denen Angegafft.

Ich bin gespannt wie der Sachbearbeiter vom Jobcenter reagiert, erwarte aber nichts Positives.
Mein nächster Therapietermin ist erst in zwei Wochen, da meine Therapeutin Urlaub macht.

Dienstag, 20. August 2013

Der zweite Termin war echt...... Scheiße

Kann triggern.

Heute war der zweite Termin bei meiner neuen Therapeutin.
Habe ihr gesagt, dass ich die Tabletten nicht genommen habe, weil ich Schiss davor habe.
Sie fragte mich, wovor ich Angst hätte.
Ich sagte ihr, dass ich Angst vor Kontrollverlust habe.
Sie fragte mich, ob ich denn Glaube, dass sie mir etwas gibt das zu Kontrollverlust führt.
Ich sagte nein. Diskussion wollte ich nicht.
Ich kam mir auch so schon vor wie ein Kind das
sich vor seiner Mutter rechtfertigen muss.

Dann sagte sie noch, dass ich ihr leicht Depressiv vorgekommen sei beim ersten Termin und ich ihr ja auch
von meinen Essproblemen erzählt habe.
Das Medikament solle ja auch meinen Hunger anregen.
Ich sagte, dass Hunger nicht das Problem sei, sondern Essen.
Sie fragte, wieso mir Essen schwerfällt.
Das hatte ich ihr schon beim ersten Termin gesagt, aber ok.
Ich habe ihr gesagt, dass es mich an ekelt, mich nervt und ich es deswegen soweit wie möglich rauszögere.

Wie ich sonst so Zuhause sei, fragte sie.
Ich sagte, dass ich meine Ruhe haben will, kein Telefon, kein Handy, keinen Kontakt, keiner der mich nervt und stört. Einfach Ruhe!!
"Essen stört ihre Ruhe," sagte sie."Deswegen haben sie so Probleme damit."
OK!! Ich bin also ein faules Schwein das am liebsten doof Zuhause rumhockt und keinen Bock hat, sich was zu Essen zu machen.
Zumindest ist es bei mir so angekommen.
War für mich wie ein Schlag und hat getriggert.
Das ich das Problem mit dem Essen erst seit diesem Jahr habe, hat sie zur Kenntnis genommen.

Dann kam noch die Anamnese. Ich hasse das.
Beim Erzählen läuft passend zu dem Erzählten immer der gleiche Film ab.
Habe ich ihr gesagt.
Ob es mir leichter fallen würde, es aufzuschreiben und ihr dann zu geben.
Nein, fällt es nicht. Auch beim Aufschreiben läuft der Film.

Habe ihr gesagt, dass es ok ist wenn ich es ihr erzähle und es mir erst heute Nacht Probleme machen wird.
Also losgelegt. Alles soweit erzählt, die Szenen vor Augen, die Schmerzen, die Ohnmacht, die Hilflosigkeit dabei gespürt. Alles, als ob es jetzt gerade passiert. Ich glaube, das hat man mir auch angesehen.
Heulen habe ich mir aber verkniffen. Je Schlimmer es wurde, desto mehr bin ich versteinert.
Sie schreibt, schaut mich zwischendurch an und reißt dabei die Augen immer wieder komplett weit auf, verbunden mit dem Hochziehen der Augenbrauen.

Dadurch kam ich mir vor, als ob ich ihr eine Lügengeschichte erzähle.
Das hat mich richtig heftig getriggert, habe ich aber erst im Auto voll gemerkt, als ich angefangen habe zu Zittern und dann zu Heulen.
Musste auf der Rückfahrt anhalten und erst mal wieder zu mir kommen.

Warum habe ich immer das Gefühl, dass mir keiner meine Geschichte glaubt?
Warum habe ich immer das Gefühl, dass mich keiner Ernst nimmt?
Warum habe ich immer das Gefühl, dass ich mich für Sachen rechtfertigen muss, für die ich nicht verantwortlich war und auf die ich auch keinen Einfluss hatte?

So bekloppte Fragen wie:" Warum haben die Ärzte denn damals nicht das und das Gemacht?"
Ja woher soll ich das Wissen??? Die haben mit mir Gemacht was sie wollten. Die haben mich nie Gefragt.
Die haben mir ohne Betäubung den Haltedraht vom Drahtzugverband aus dem Knochen gezogen, weil der Bruch nicht heilte. Es war denen egal, dass ich dabei wie am Spieß geschriehen habe und Todesangst hatte.
Die haben mich auch auf dem OP Tisch verrecken lassen und es nur mit Mühe und Not nach Minuten geschafft, mich Wiederzubeleben.

DIE haben mit MIR GEMACHT!! ICH hatte KEINEN EINFLUSS!! ICH war ein SCHEIß HILFLOSES KIND!! ICH bin ein SCHEIß HILFLOSES KIND und ich will NICHT MEHR HILFLOS SEIN!! ICH WILL MICH NICHT FÜR SACHEN RECHTFERTIGEN FÜR DIE ICH NICHTS KANN!!

Ich muss sie beim nächsten Termin darauf ansprechen.
Vielleicht bringe ich auch das ganze Metall mit das ich im Laufe der Jahre in den Knochen hatte.
Vielleicht glaubt sie mir dann.
Ich könnte mich auch vor ihr Ausziehen, damit sie den ganzen Narben den Körperschrott selbst sehen kann
Und heute Abend brauche ich jede Menge Alkohol.