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Freitag, 9. August 2013

Ein....Tag

Heute Morgen bin ich mit guter Laune aufgestanden. Das ist echt selten geworden.
Eigentlich hätte ich schlechte Laune haben müssen. Ich habe die Nacht zwar ganz gut geschlafen, wurde aber immer wieder geweckt. Eine der zwei Katzen hat total rumgesponnen. Sie hat sich aufs Bett gelegt und ist dann immer wieder aufgesprungen, vom Bett runter und mit Vollgas einmal ums Bett herum. Dann sprang sie wieder aufs Bett, hüpfte auf mich und drehte noch eine Runde. Danach hat sie sich wieder hingelegt. Das ging ewig so. Ich habe mich dann irgendwann mit dem Kopf ans Fußende gelegt, weil ich gehofft habe, dass sie dann aufhört mit dem Blödsinn. War eine doofe Idee. Sie sprang auf und sprang mir mit allen 4 Pfoten und ausgefahrenen Krallen mitten auf den Kopf. Das tat s...... weh und zwar richtig. Ich habe sie dann aus dem Schlafzimmer geworfen, die Tür zu gemacht und konnte ungestört weiterschlafen.
War danach auch alles super. Ich bin heute Mittag ganz normal mit den Hunden gelaufen und habe die Sonne genossen. Als ich nach Hause kam, habe ich mich aufs Sofa gesetzt, mir Chipse geschnappt und losgefuttert.
Meine Frau sagt zu mir:" Ich habe extra mit dem Essen gewartet und du isst dich jetzt an Chips satt."
BAMM! Chipshunger hat sich erledigt, Stimmung im Arsch. In der ganzen Wohnung riecht es aber nicht nach Essen.
Also pack ich die Chips weg und warte auf das Essen. Nichts passiert. Nach einer halben Stunde sagt sie:" Ich glaube ich müsste mal langsam was essen."
"Ja, ich auch. Schließlich hast du ja extra gewartet." Denke ich mir.
Nichts passiert.
Schließlich stehe ich auf, gehe in die Küche, mache das Essen und stelle ihr und mir einen Teller voll hin.
Sie sagt."Danke mein Schatz."
Ich denke:""§$%)(/&%§." Und koche innerlich.
Sie fragt:" Ist was?"
Ich sage:"Nein, alles ok."
Sie:"Du lügst."
Ich:"Nein."
Wir essen.

Ich kann mit ihr in so einer Situation nicht darüber sprechen. Ich würde einen Wutanfall bekommen und zwar so richtig Hulkmäßig, aber rein über Sprache. Ich hasse diese Wut die PTBS auch spontan, ohne für andere erkennbaren äußeren Anlass, in mir auslösen kann. Deswegen sage ich in solchen Situationen nichts, schlucks runter und notier mir das Gedanklich. Ich habe das also unter Kontrolle. Das gedankliche Buch hat mittlerweile mehrere tausend Seiten.
Wenn sie gesagt hätte:" Hast du auch Hunger und Lust uns was zu machen?" dann wäre alles ok gewesen.
Oder:" Ich habe Hunger, aber bin im Moment zu Faul dazu, was zu machen." Auch ok.
So fand ich die Aktion von ihr echt mehr als Scheiße.
Sowas sorgt dafür, dass ich mich nur noch wie ihr Bimbo fühle und es mir Tagelang beschissen geht.

Montag, 5. August 2013

4 Uhr morgens, oder wie das Bett mein Feind wurde

"Kann triggern"

Eine magische Uhrzeit.
Zumindest für meine Psyche.
Ich finde nichts besonderes an der Uhrzeit.
Um 4 Uhr schlafe ich normalerweise schon 4-5 Stunden.
Jetzt schaue ich um 4 das letzte mal auf die Uhr.
Dann ist die Kinovorstellung in Überlänge im Kopf endlich vorbei und ich schlafe ein.
Der Film ist jedesmal Scheiße.
Eigentlich ist es kein Film. Nicht mal ein Trailer.
Es sind Szenen, die ich im Moment nicht mal verstehe.
Komplett aus irgendeinem Zusammenhang.
Die ganze Zeit; zapp, zapp, zapp. Als ob man permanent an einem Fernseher die Kanäle durchschaltet.
Nichts an dem ich mich festhalten könnte, um einzuschlafen.
Dazu reicht das kleinste Geräusch um mich in absolute Alarmbereitschaft zu versetzen.
Das hatte ich früher schon öfters, aber nicht so lange. Nicht so viele beschissene Stunden.
So extrem wie jetzt hatte ich es eigentlich noch nie. Zumindest nicht, dass ich wüsste.
So extrem fing es an, als die BG mir mitteilte, dass die Therapeutin mich nicht therapieren wird.
Seitdem; zapp, zapp, zapp.
Das Bett ist mein Feind. Wenn ich mit den Hunden Draußen unterwegs bin, brauche ich mich nur auf eine Bank setzen, die Augen zumachen und wäre in 2 Minuten im Traumland.
Es würde mich auch kein Geräusch der Welt beim Einschlafen stören.
Die könnten vor der Bank Bäume fällen.
Ich würde einschlafen.
Sobald ich im Bett liege ist das ganz anders.
Warum es so ist, weiß ich ja. Das es so nicht mehr sein muss, weil ich nie wieder in die Situation komme, weiß ich auch.
Es funktioniert nur seit der Absage nicht mehr.
Das Bett wurde im Krankenhaus mein Feind.
Ich  lag im Bett. Angeschlossen an eine Infusion. Keine Ahnung mehr warum ich an der Infusion hing.
Irgendwann Abends schlief ich ein. Soweit ja nichts ungewöhnliches.
Wach wurde ich von Piepgeräuschen und Schmerzen.
Ich habe die Augen kaum aufbekommen.
Das war nicht mein Zimmer.
Das war noch nicht mal mein Bett.
Ich habe da so gerade eben reingepasst, stieß mit den Füßen ans Bettende.
Ich schaute hoch. Zig Geräte an denen ich angeschlossen war. Dosierautomaten befüllt mit großen Spritzen, die irgendwas in mich reinpumpten.
Auf meiner Brust klebten Elektroden.
Immer wenn ich die Stimme eines männlichen Arztes hörte, fing mein Herz wie verrückt an zu schlagen.
piep, piep, piep.
Ich hatte Panik, Todesangst.
Was haben die mit mir gemacht?
Wenn die männliche Arztstimme weg war, beruhigte sich mein Herzschlag und die Panik ließ langsam nach.
Die Stimme sprach noch ein paar mal. Jedesmal Todesangst und Panik.
Dann war ich weg.
Wurde nochmal kurz wach.
Hörte die Stimme meiner Mutter.
Sie sagte:" Das ist nicht mein Sohn!!!"
Dann war ich wieder weg.
So wurde das Bett zu meinem Feind.







Sonntag, 28. Juli 2013

Mein bester Freund

Er hat mich schon früher im Krankenhaus oft besucht. Im Gegensatz zu meinen Eltern blieb er auch gerne länger. Während meine Eltern es maximal zwei mal die Woche für 1-2 Stunden schafften mich zu besuchen, kam er auch mal jeden Tag vorbei.
Auch zwischen den Krankenhausaufenthalten war er oft bei mir.
1990 beschloss er ganz bei mir einzuziehen.
Seitdem ist er immer bei mir.
Er wacht Nachts neben meinem Bett.
Er hat mir Versprochen, dass er mich nie wieder alleine lässt.
Alle anderen haben mich irgendwann verlassen.
Er nicht.
Der treueste Freund den man sich vorstellen kann.
Sobald ich morgens Wachwerde, kümmert er sich Vorbildlich um mich.
Mein bester Freund ist SCHMERZ.