Posts mit dem Label Verschlimmerungsantrag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Verschlimmerungsantrag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 26. Februar 2014

Anruf von meiner BG



Ich habe eine neue Sachbearbeiterin.
Komisch.
Immer wenn ein Sachbearbeiter, oder eine Sachbearbeiterin etwas für mich getan hat, wurden sie nach kurzer Zeit gegen einen Neuen ausgetauscht.
Ich hatte ein paar Sachbearbeiter, bei denen war fast alles problemlos möglich und ich hatte schon mehrere Sachbearbeiter, bei denen gar nichts ging.
Die haben immer so getan, als ob ich an ihre private Geldbörse will.

Tschuldigung , dass ich einen Schulunfall hatte, die Ärzte jede Menge Scheiße gebaut haben und ihr jetzt für die Folgekosten aufkommen müsst.
Ich habe mir mein Leben auch anders vorgestellt.
Wenn so ein Sachbearbeiter gegen mich gearbeitet hat, dann habe ich teilweise mehrere Jahre gebraucht, um noch mal einen Anlauf zu starten.
Ist super, wenn man psychische Probleme hat.

Naja.

Auf jeden Fall hat mich heute Vormittag meine neue Sachbearbeiterin angerufen.
Sie ist meine Akte durchgegangen und hat da meinen Verschlimmerungsantrag vom März 2013 gefunden.
Da sei ja noch nichts weiter passiert.

Stimmt.

Ich habe den Antrag hingeschickt, einen Fragebogen zugeschickt bekommen, den ausgefüllt und zurückgeschickt.
Danach kam nichts mehr.
Dafür kommts jetzt doppelt.
In den nächsten Tagen bekomme ich Termine bei zwei verschiedenen Gutachtern.
Es wird ein orthopädisch-chirurgisches Gutachten erstellt und ein Psychologisches.
Ich hasse solche Termine wie die Pest.

Ich habe solche Termine schon zig mal gehabt.
1989 hat der Chirurg, der mich das letzte Mal Operiert hat, im Auftrag der BG begutachtet und festgestellt, dass mein Zustand  einem GdB von 80% und dem Merkzeichen aG entspricht.
Er hat im Gutachten auch geschrieben, dass sich der Zustand nicht bessern, sondern im Laufe der Zeit verschlechtern wird.

Das hat die nachfolgenden Gutachter nicht davon abgehalten, aus dem aG erst ein G zu machen, das G zu streichen und mich dann von 80% über 60% auf 50% runterzustufen.
Und das, obwohl sich mein Zustand nie gebessert, sondern im Laufe der Zeit immer weiter verschlechtert hat.
Hätte eine Rehaberaterin einer anderen BG, letztes Jahr nicht gesagt, dass ich einen Verschlimmerungsantrag stellen soll, weil mein GdB eindeutig viel zu niedrig ist, wäre ich nie auf die Idee gekommen einen zu stellen.

Sollten die Gutachten nicht auch zu dem  Ergebnis kommen, dann werde ich mich diesmal dagegen wehren.
Damals bin ich davon ausgegangen, dass die Gutachter schon Recht haben werden.
Ich war jung und habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als das es besser wird.
Dieses Mal bin ich schlauer und werde mir das dann nicht gefallen lassen.

Freitag, 22. November 2013

Ärztliche Bescheinigung



Meine Therapeutin hat mir eine "Ärztliche Bescheinigung" für das Jobcenter geschrieben.
Unter Anderem steht drin, dass es aus therapeutischer Sicht kontraproduktiv ist, einen Termin im Jobcenter, aufgrund schlechter Erfahrungen mit den Mitarbeitern im Jobcenter,  wahrzunehmen.
Sie empfiehlt  dem Jobcenter mich zum Ärztlichen Dienst zu schicken.

Sie glaubt nicht, dass das Schreiben was bringt, will sich aber bei einem befreundeten Anwalt schlau machen, was ich tun kann.

Mein Sachbearbeiter im Jobcenter möchte natürlich einen Termin bei ihm erzwingen.
Einen Termin bei ihm werde ich nicht wahrnehmen, dass tue ich mir nicht nochmal an, weil der mich einfach nur fertig machen will und das so richtig.

Gegen einen Termin beim Ärztlichen Dienst habe ich nichts, weil die eh die Berentung empfehlen werden.
Wenn er auf einem Termin bei ihm besteht, bedeutet das für mich, da ich ja nicht hingehen werde, dass ich für die Dauer von drei Monaten kein Geld mehr vom Jobcenter bekommen werde.
Der Sachbearbeiter hat schon mal dafür gesorgt, dass ich für 14 Monate zu 100% Sanktioniert wurde.

14 Monate kein Geld vom Jobcenter.
14 Monate keine Krankenversicherung.
14 Monate habe ich von einem Euro am Tag gelebt existiert.
14 Monate blanke Existenzangst.
14 Monate Angst, Obdachlos zu werden.
14 Monate Nonstop Hunger, weil man von einem Euro am Tag nicht satt werden kann.
14 Monate Kampf, die unsinnigen Vermutungen des Jobcenters mit Hilfe eines Anwaltes zu widerlegen.

Die haben bei mir von der Bedarfsgemeinschaft bis zur Schwarzarbeit alles Vermutet.
Das volle Programm.

10 Monate konnte ich nur unter Schmerzen  Sitzen, Liegen, Gehen, Stehen, weil mein Wirbelgleiten zwischen L5/S1 durch eine falsche Bewegung akut wurde.

Jeder Schritt war wie ein Messerstich ins Steißbein und dazu ein zweiter in die Seite meiner linken
Wade.
Dazu  immer wieder Taubheit im linken Bein.
10 Monate panische Angst, dass das schlimmer wird und ich eine dauerhafte Lähmung bekomme.
Außerdem muckte mein rechtes Knie.
Es schmerzte immer wieder Tagelang  und blockierte beim Treppensteigen.

Genau das, was jemand mit PTBS und Depressionen braucht.

Als ich dann endlich wieder Versichert war, bin ich sofort zum Arzt.
Es wurde ein CT gemacht und mein Knie geröntgt.

Vor dem CT  hatte ich schon panische Angst, weil ich so viel Metall im Körper habe.
Habe dann erfahren, dass ein CT ok ist, bei mir aber sehr schlecht ein MRT möglich ist.
Das CT ergab dann Wirbelgleiten L5/S1 mit starker linksseitiger  Betonung.

Das Röntgenbild von meinem Knie ergab starke, fortschreitende Arthrose.
Der Arzt im Krankenhaus sagte mir dann ganz trocken, dass ich in nächster Zeit ein neues Kniegelenk brauche.

Genau das, was jemand mit durch Krankenhäuser und Ärzte verursachter PTBS braucht.

Im Krankenhaus hat mir dann eine Rehaberaterin geraten, bei meiner BG einen Verschlimmerungsantrag zu stellen, da sich mein Zustand stark verschlechtert hat.
Das habe ich dann gemacht und die Sache läuft seit März.
Der Arzt verschrieb mir noch Physiotherapie.

Nach vier Terminen habe ich die Physiotherapie abgebrochen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.
Die Berührungen durch die Physiotherapeutinnen habe ich nicht mehr ausgehalten.
Die Massagen durch die Physiotherapeutinnen habe ich nicht mehr ausgehalten.
Das war alles zu nah, zu intim, zu viel Erinnerung an die Krankenhauszeit.
Zu viele Trigger.
Viel zu viele.
Die anderen Leute, die da auch Physio machten, habe ich nicht mehr ausgehalten.
Zu viele Menschen.
Ich fühlte mich von denen Angegafft.

Ich bin gespannt wie der Sachbearbeiter vom Jobcenter reagiert, erwarte aber nichts Positives.
Mein nächster Therapietermin ist erst in zwei Wochen, da meine Therapeutin Urlaub macht.