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Sonntag, 1. September 2013

Meine Zeit



Abends, wenn die Sonne verschwindet, fängt irgendwie meine Zeit an.
Die Menschen gehen nach Hause, die Welt gehört mir. 
Keiner der mich nervt, keiner der was von mir will. Nur ich und die Nacht. 
Ich mag die besondere Stimmung die in der Luft liegt.   
Es ist die Zeit in der ich am liebsten Fotografiere.


































Donnerstag, 15. August 2013

Unterwegs mit Hund

 Anspannung!

 Los gehts















Den Ball könnte ich eine Stunde lang werfen. Sie ist ein echter Balljunkie.

Mittwoch, 14. August 2013

Der erste Termin

bei meiner neuen Therapeutin war heute vormittag.
Hat nur eine halbe Stunde gedauert, da sie mich dazwischen gequetscht hat.
Viel ist noch nicht passiert. Ich habe ihr erzählt, dass meine alte Therapeutin mich nach den ersten 5 Terminen
hängen gelassen hat. Sie kann auch nicht verstehen, wieso die das gemacht hat.
Sie findet es aber super, dass ich mich nach der Erfahrung nochmal getraut habe, mir eine neue Therapeutin zu suchen.
Sie hat mir Versprochen mich nicht hängen zu lassen, da könnte ich ihr Vertrauen.
Vertrauen ist nicht so mein Ding, aber ich möchte es ihr gerne glauben.
Sympatisch wurde sie mir in dem Moment als sie mir sagte, dass ich echt beschissen aussehe und viel zu dünn bin. Ich mag es, wenn Ärzte oder Therapeuten nicht um den heißen Brei reden. Sowas haben die Ärzte im Krankenhaus immer gemacht.
Ich habe dann noch Stichpunktartig meine Geschichte erzählt. Was wird lustig, wenn es ausführlich wird. Ist sowas von kompliziert. Ich hatte ja nicht nur den ursprünglichen Unfall. Mir ist durch die Kunstfehler das Bein ja immer wieder spontan beim Gehen gebrochen. Es ist für mich immer schwer den ganzen Film wieder abzuspielen. Man sagt ja, dass es mit der Zeit leichter und einfacher wird. Das stimmt nicht. Es ist jedesmal, als ob ich es das erste mal erzähle und es löst jedesmal die gleichen Gefühle aus. Jeden Bruch spüre ich beim Erzählen.
Sie hat mir Antidepressiva verschrieben. Ich habe Angst vor den Dingern.
Vor allem wegen ein paar von den Nebenwirkungen.
Müdigkeit ist ok. Dann kann ich mal schlafen. Hunger ist auch ok. Dann komme ich wieder ans Essen.
Mundtrockenheit, sich wie Zugedröhnt fühlen und Sehschwäche im Nahbereich finde ich nicht so gut. Auch nicht, dass ich in der Eingewöhnungsphase nicht Autofahren soll. Zufuß laufe ich eine halbe Stunde bis zum nächsten Geschäft. Mit dem Auto brauche ich keine 5 Minuten. Bis auf den Hunger und die Müdigkeit sollen die Nebenwirkungen nach ein paar Tagen verschwinden.
Der nächste Termin bei ihr ist in einer Woche, dann aber 50 Minuten.
Auf der Rückfahrt von ihr habe ich an der Landstraße angehalten und eine Raucherpause eingelegt. Ich bin ein Stück einen Waldweg lang gelaufen und an eine Stelle gekommen, die perfekt meinen momentanen Zustand beschreibt.

Ein ehemaliger Grillplatz

Man kann noch erkennen wozu der Platz mal da war

Aber er ist nur noch eine kaputte Kulisse,

die irgendwann Verschwunden sein wird








Sonntag, 11. August 2013

Mein Rückzugsort

Hier mal ein paar Bilder von meinem Rückzugsort.
Hier habe ich mich schon als Kind oft rumgetrieben.
Ein Ort, an dem mir noch nie etwas schlechtes passiert ist.
Als ich ein Kind war, war das mal ein breiter Wirtschaftsweg. Das Graue links ist der Rand einer Brücke.

Der rechte Brückenrand. An der Stelle wo das Schneckenhaus liegt, habe ich immer gesessen.
Auch als Teenager war ich noch regelmäßig mit Freunden hier und wir haben über alles mögliche gequatscht, geraucht und auch mal ein Bier getrunken. Wenn ich mich auf den Brückenrand setze, kann ich alles sein. Das Kind, der Teenager, alles.

Blick von der Brücke.

In der Baumreihe im Hintergrund, haben die Leute früher Möbel und anderen Kram entsorgt. War immer spannend da rumzuforschen. Heute liegt da nur noch Pferdemist.

Ein Blick von der Baumreihe Richtung Brücke.
 
 
Ich
Auf dem Apfelbaum bin ich früher rumgeklettert.


Ich verbringe unglaublich gerne Zeit an dem Ort. Ich könnte da jedesmal Stundenlang sein. Er hat sich über die Jahrzehnte kaum verändert und irgendwie ist da eine Verbindung zu meinem früheren ich und zu den Leuten, zu denen ich schon ewig keinen Kontakt mehr habe. Es fällt mir jedesmal ziemlich schwer, den Ort wieder zu verlassen. Leider komme ich nur noch selten dazu, den Ort zu besuchen.


Sonntag, 4. August 2013

Der Popo

"Duhuu?"
"Ja?"
"Habe ich dir schon meinen Popo gezeigt?"
"Nein."
"Willst du den mal sehen?"
"Nein, ich will deinen Popo nicht sehen."
"Aber der ist so toll und schön."
"Das ist mir egal, ich will ihn nicht sehen."
"Jetzt guck doch mal."
"Nein, ich will deinen Popo nicht sehen."
"Aber das ist der schönste Popo der Welt."
"Ich will ihn nicht sehen!"
"Warte, ich zeig ihn dir mal."
"NEIN!!"
"Der ist so toll, den muss ich dir jetzt einfach ins Gesicht drücken."
"AAAAAAHHHHHH!!!!"

Katzen und ich.

Samstag, 27. Juli 2013

Was wurde aus euch?

Auch wenn ihr mich vergessen habt, ich habe oft an euch gedacht.
Was wurde aus euch? Wie ist euer Leben bisher verlaufen? Lebt ihr überhaupt noch?
Ich habe lange recherchiert um etwas über euch herauszufinden. Ihr habt es mir nicht immer
leicht gemacht. Über einige habe ich gar nichts rausgefunden.

Carsten:  
Immer noch in der gleichen Firma, in der er damals seine Ausbildung gemacht hat.
Mittlerweile eine hohes Tier in der Firma. Auf seinem Firmenprofilfoto sieht er
nicht besonders Gesund aus. So grau. Mehr Tod als Lebendig.

Tanja:     
Sitzt seit 20 Jahren im selben Supermarkt an der Kasse.

Carmen: 
Ausbildung zur Erzieherin. Stellvertredende Leiterin eines Kindergartens.

Thomas:  
Ausbildung zum Schweißer. Danach Weiterbildung zum Meister. Unheilbarer Hirntumor.

Steffi:     
Ausbildung zur Erzieherin. Fiel kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes ins Koma.
Starb 6 Monate später.

SimoneS.:
Ausbildung zur Floristin. Arbeitet heute in einem riesen Blumenladen.

SimoneM:
Ausbildung zur Erzieherin. Leiterin eines Kindergartens.

Volker:    
Ausbildung zum Werkzeugmacher. Abi nachgeholt. Architekturstudium. Lebt heute als Architekt
in der Schweiz.

Manuel:  
Lebt heute in Spanien.


Ich habe mal in der Schülerzeitung geblättert die wir damals erstellt haben. Auf den letzten Seiten sind Fotos
von uns allen. Unter den Fotos stehen  unsere Berufswünsche. Hat nicht bei allen geklappt.
Bei mir steht Bürokaufmann. War nie mein Berufswunsch. Wurde mir vom Arbeitsamt aufs Auge gedrückt.
Sollte nicht sein.
Ich habe die erste Ausbildung nach 6 Monaten abgebrochen.
Jeden Tag acht Stunden Akten zu sortieren und im Winter der Sonne beim Auf- und untergehen vom Büro aus zuzusehen, ohne auch nur eine Stunde was von ihr zu haben, war einfach nicht mein Ding.
Vom Bürostuhl bekam ich Schmerzen in der Schulter, die nie wieder weggingen. Seitdem fühlt sich mein linkes Schulterblatt ziemlich Taub an. Nervenschaden.
Kein schönes Erinnerungsstück.

Da das Arbeitsamt mich wegen meiner Behinderung nichts anderes Lernen lassen wollte, habe ich es nochmal probiert.
Wurde auch nichts.
Meine Psyche entschied sich dagegen. Sie hielt es für eine bessere Idee, mich anderhalb Jahre Zuhause Gefangenzuhalten.
Ich erinner mich noch genau an den Moment. Es war der April 1992.
Ich wollte zur Disko. Von Zuhause bis dahin waren es nur 200 Meter. Einfach 200 Meter Geradeaus und dann eine Hauptstraße überqueren. Alles schon Tausende male gemacht. Also los.
Ich wollte die Hauptstraße überqueren. Bis zur Mitte kam ich. Dann rauschte mir das komplette Blut in die Beine. Schwindel. Lähmungserscheinungen. Muskelkrämpfe. Alles dreht sich. Tunnelblick. Ich schleppte mich zur Disko.
Es wurde nicht besser. Die Musik war unglaublich laut. Stimmengewirr. Alles wurde immer Bedrohlicher.
Ich hatte Angst jede Sekunde Tod umzufallen.
Ich schleppte mich nach Hause. Ich konnte meine Beine kaum bewegen. Angst, angst, angst.
Zuhause legte ich mich auf mein Bett. Langsam wurde es besser. Blieb aber im Hintergrund und verschwand nicht mehr ganz.
Was zur Hölle war das?
Ich fühlte mich auf einmal leer, ausgebrannt.
Schlief sehr schnell ein.
Meine erste Panikattacke.
Herzlich willkommen!!