Mittwoch, 7. August 2013

Zeitverlust

Heute beim Einkaufen ist es wieder passiert. Ich stehe an der Tiefkühltheke. Es macht plopp* und ich bin weg.
Es macht wieder plopp* und ich bin wieder da. Ich schüttele mich kurz. Schaue mich kurz um. Keiner hat gemerkt was passiert ist.
Wo ich war?
Keine Ahnung.
Ich stehe an der Tiefkühltruhe genau wie vor dem ersten plopp*. Ich setze meinen Einkauf fort.
Das hatte ich auch früher schon. Es dauert normalerweise nicht sehr lange.
Es ist danach jedesmal verwirrend sich schnell wieder zurecht zufinden und zu realisieren wo man gerade ist und warum.
Normalerweise dauert der "Zustand" echt nicht lange. Meistens nur Sekunden. Das längste war aber über eine Stunde.
Das ist bis jetzt aber nur einmal passiert.
Zu der Zeit habe ich in Köln gearbeitet und war nur am Wochenende Zuhause.
Freitag. Feierabend. Ich steige ins Auto, fahre los Richtung Autobahn. Ich fahre auf die Autobahn. Es macht plopp*. Es macht wieder plopp*. Ich fahre Zuhause auf meinen Parkplatz. Die Zeit dazwischen? Keine Ahnung. Die Zeit fehlt mir. Ich bin über 100 Kilometer weit gefahren, habe mehrmals die Autobahn gewechselt und weiß nichts davon.
Anderes Beispiel.
Ich fahre los, will in eine Nachbarstadt.
Plopp*. Plopp*. Es wird gehupt. Ich realisiere, dass ich im Auto sitze und die Ampel an der ich stehe, auf Grün umgesprungen ist. Ich sitze also im Auto.
Wo bin ich hier und wo will ich überhaupt hin und warum?
Wie schon geschrieben, jedesmal verwirrend.
*Plopp macht es natürlich nicht, es ist eher wie eine Wischbewegung.




Wie im Film

Du sitzt auf dem Sofa und schaust dir einen stinklangweiligen Film an.
Ein Typ geht mit zwei Hunden spazieren, wirft den Hunden auch mal einen Ball zu und spielt
mit ihnen.
Dann wirst du in den Film reingezogen und merkst:"Das ist kein Film, dass bin gerade ich, der mit den Hunden unterwegs ist." Fuck!! Ich hasse das.

Die Illusion vom normalen Leben

Im Fernsehen läuft zur Zeit die Serie Mercy.
Schaue ich mir ganz gerne an, vor allem weil die Hauptdarstellerin
nach einem Kriegseinsatz selbst an PTBS leidet.
Vieles von dem, was gezeigt wird, ist übertrieben.
Ein paar Sachen könnte ich aber so unterschreiben. Z.b. das mit dem Alkohol.
Gestern war wieder ein solcher Moment.
Die Hauptdarstellerin wollte zu einem Date. Vorher noch Hübsch machen in einem Donughtladen. In der Zeit, in der sie auf dem Klo ist, wird der Laden überfallen und in Notwehr erschießt
sie den Gangster. Danach geht sie raus und schläft im Auto.
Als sie Wach wird, sitzt der Typ den sie erschossen hat neben ihr und sie beginnen ein Gespräch.
Er fragt sie was der ganze Blödsinn überhaupt soll, warum sie weitermacht und ob das alles überhaupt einen
Sinn hat.
In dem Moment liefen mir die Tränen runter.
Die Situation kenne ich mehr als gut.
Neben mir sitzt zwar keiner, aber diese Gespräche habe ich ständig im Kopf.
Ich weiß, dass mein Gesprächspartner im Kopf kein anderer ist.
Das bin ich selber.
Ich führe endlose Diskussionen mit mir selber, was der ganze Quatsch eigentlich soll u.s.w.
Ein Endergebnis haben die Gespräche nie.
Wie auch?
Die Fragen die ich habe, kann ich mir nicht selbst beantworten.
Zumindest im Moment nicht.

Montag, 5. August 2013

4 Uhr morgens, oder wie das Bett mein Feind wurde

"Kann triggern"

Eine magische Uhrzeit.
Zumindest für meine Psyche.
Ich finde nichts besonderes an der Uhrzeit.
Um 4 Uhr schlafe ich normalerweise schon 4-5 Stunden.
Jetzt schaue ich um 4 das letzte mal auf die Uhr.
Dann ist die Kinovorstellung in Überlänge im Kopf endlich vorbei und ich schlafe ein.
Der Film ist jedesmal Scheiße.
Eigentlich ist es kein Film. Nicht mal ein Trailer.
Es sind Szenen, die ich im Moment nicht mal verstehe.
Komplett aus irgendeinem Zusammenhang.
Die ganze Zeit; zapp, zapp, zapp. Als ob man permanent an einem Fernseher die Kanäle durchschaltet.
Nichts an dem ich mich festhalten könnte, um einzuschlafen.
Dazu reicht das kleinste Geräusch um mich in absolute Alarmbereitschaft zu versetzen.
Das hatte ich früher schon öfters, aber nicht so lange. Nicht so viele beschissene Stunden.
So extrem wie jetzt hatte ich es eigentlich noch nie. Zumindest nicht, dass ich wüsste.
So extrem fing es an, als die BG mir mitteilte, dass die Therapeutin mich nicht therapieren wird.
Seitdem; zapp, zapp, zapp.
Das Bett ist mein Feind. Wenn ich mit den Hunden Draußen unterwegs bin, brauche ich mich nur auf eine Bank setzen, die Augen zumachen und wäre in 2 Minuten im Traumland.
Es würde mich auch kein Geräusch der Welt beim Einschlafen stören.
Die könnten vor der Bank Bäume fällen.
Ich würde einschlafen.
Sobald ich im Bett liege ist das ganz anders.
Warum es so ist, weiß ich ja. Das es so nicht mehr sein muss, weil ich nie wieder in die Situation komme, weiß ich auch.
Es funktioniert nur seit der Absage nicht mehr.
Das Bett wurde im Krankenhaus mein Feind.
Ich  lag im Bett. Angeschlossen an eine Infusion. Keine Ahnung mehr warum ich an der Infusion hing.
Irgendwann Abends schlief ich ein. Soweit ja nichts ungewöhnliches.
Wach wurde ich von Piepgeräuschen und Schmerzen.
Ich habe die Augen kaum aufbekommen.
Das war nicht mein Zimmer.
Das war noch nicht mal mein Bett.
Ich habe da so gerade eben reingepasst, stieß mit den Füßen ans Bettende.
Ich schaute hoch. Zig Geräte an denen ich angeschlossen war. Dosierautomaten befüllt mit großen Spritzen, die irgendwas in mich reinpumpten.
Auf meiner Brust klebten Elektroden.
Immer wenn ich die Stimme eines männlichen Arztes hörte, fing mein Herz wie verrückt an zu schlagen.
piep, piep, piep.
Ich hatte Panik, Todesangst.
Was haben die mit mir gemacht?
Wenn die männliche Arztstimme weg war, beruhigte sich mein Herzschlag und die Panik ließ langsam nach.
Die Stimme sprach noch ein paar mal. Jedesmal Todesangst und Panik.
Dann war ich weg.
Wurde nochmal kurz wach.
Hörte die Stimme meiner Mutter.
Sie sagte:" Das ist nicht mein Sohn!!!"
Dann war ich wieder weg.
So wurde das Bett zu meinem Feind.







Sonntag, 4. August 2013

Der Popo

"Duhuu?"
"Ja?"
"Habe ich dir schon meinen Popo gezeigt?"
"Nein."
"Willst du den mal sehen?"
"Nein, ich will deinen Popo nicht sehen."
"Aber der ist so toll und schön."
"Das ist mir egal, ich will ihn nicht sehen."
"Jetzt guck doch mal."
"Nein, ich will deinen Popo nicht sehen."
"Aber das ist der schönste Popo der Welt."
"Ich will ihn nicht sehen!"
"Warte, ich zeig ihn dir mal."
"NEIN!!"
"Der ist so toll, den muss ich dir jetzt einfach ins Gesicht drücken."
"AAAAAAHHHHHH!!!!"

Katzen und ich.

Samstag, 3. August 2013

Schlafen, Essen u.s.w.

Seit meine vorherige Therapeutin abgesprungen ist, wird immer mehr alter Kram hochgespült.
Warum gehe ich überhaupt noch ins Bett? Ich bin so platt, total ausgelaugt.
Finde trotzdem keine Ruhe. Liebes PTBS: lass mich bitte mal ein paar Stunden am Stück schlafen.
Du hast dir ja vorgenommen, mit mir zusammen alt zu werden. Das klappt nicht, wenn ich mich nicht mal erholen kann. Wenn ich draufgehe, gehst du auch drauf.
Da haben wir beide nichts von.
Essen fällt mir auch immer schwerer und das obwohl mir ständig der Magen knurrt.
Ich ekel mich davor.
Nicht vor den Nahrungsmitteln, sondern davor das Zeug in mich reinzustopfen.
Dadurch, dass ich viel zuwenig esse, habe ich Dauerkopfschmerzen und mir ist schwindelig.
Kommt gut, wenn man mit den Hunden Draußen unterwegs ist.


Freitag, 2. August 2013

Mein Hausarzt

Heute war ich bei meinem Hausarzt um meine Krankschreibung verlängern zu lassen.
Bei der Gelegenheit habe ich ihm auch erzählt, dass meine ehemalige Therapeutin mich hat hängen lassen, nach den 5 probatorischen Terminen.
"Was für ein Mensch ist das denn?", sagte er.
"Ich vermute, dass sie nur die Vergütung für die 5 Sitzungen mitnehmen wollte.", sagte ich.
"Wissen sie was? Dann habe ich heute auch keine Lust sie Krankzuschreiben", sagte er.
In mir stieg sofort Panik auf.
Dann grinste er und stellte die Krankschreibung aus.
Verdammt!!! Ich kapier so Witze doch nicht und nehme das ernst.
Arschloch!!! Aber ein nettes Arschloch.